10.06.2026 | 07:54
Gerätturnen weiblich
Willkommen im Bereich "Gerätturnen weiblich"
Auch der Hochleistungssport Kunstturnen wird inzwischen vom DTB offiziell als Gerätturnen bezeichnet. Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät. Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden in insgesamt 14 Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.
Die unterschiedlichen Leistungsstufen der verschiedenen Altersstufen werden eingeteilt in das "AK-Programm" (= olympisches Nachwuchsprogramm), die Kür-Programme modifiziert (KM-Stufe) und die Kür-Programme.
Letztere werden nach dem "Code de Pointage" (= CdP) gewertet. War das Gerätturnen bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts vor allem durch Statik und Krafthalteteile und historische Übungen geprägt, so ist es heute eine sehr dynamische Sportart mit vielen akrobatischen Elementen, Drehungen, Salti und Sprüngen.
Doch Gerätturnen ist nicht nur etwas für den Spitzensport – auch im Breitensport erfreut sich die Sportart beim RTB großer Beliebtheit. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Über die Pflichtübungen (P-Stufen) bietet das Gerätturnen einen niedrigschwelligen Einstieg für alle Alters- und Leistungsgruppen und ist fester Bestandteil vieler Vereinsprogramme im Rheinland.
Ausschreibungen
Siegerlisten
Aktuelles aus dem Bereich GTw
Gerätturnen im Leistungs- und Wettkampfsport
Gerätturnen (auch Kunstturnen) ist eine anspruchsvolle olympische Individualsportart. Es werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten und Selbstbeherrschung aufgebaut.
Diese Sportart erfordert einen langfristigen Leistungsaufbau, der bereits im Kinderalter beginnt. Im weiblichen Bereich wird in der olympischen Folge am Sprung, am Stufenbarren, am Schwebebalken und am Boden geturnt. In die Bewertung der Übungen fließen sowohl der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Elemente (D-Note) als auch die Qualität der Ausführung (E-Note) ein.
Die Elemente des Gerätturnens sind normiert, in einem internationalen Regelwerk – dem Code de Pointage (CdP) – erfasst und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad ausgewiesen. Auch die Regeln für Abzüge bei Ausführungsfehlern sind im CdP definiert. Der CdP wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät.
Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden in insgesamt sechs Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.
Die Geräte
Boden
Die Bodenübung verbindet akrobatische Elemente mit gymnastischen Teilen, Sprüngen, Drehungen und choreografischen Bewegungen zu einer harmonischen und rhythmischen Gesamtheit. Die Übung wird passend zur Musik präsentiert und verbindet Ausdruck mit Technik und Präzision. Beginnend mit einfachen Rollen, Handständen und gymnastischen Grundformen werden am Boden erste Grundlagen geschaffen. Im fortgeschrittenen Bereich stehen vor allem akrobatische Verbindungen, Sprungreihen und Rotationsbewegungen sowie die Präsentation der gesamten Übung im Mittelpunkt.
Sprung
Jeder Sprung beginnt mit dem Anlauf sowie dem Absprung von beiden Füßen auf das Sprungbrett mit geschlossenen Beinen. Es folgt eine kurze Stützphase mit einer oder beiden Händen auf dem Sprungtisch und anschließend ein kraftvoller Abdruck vom Gerät. Je nach Leistungsstand kann der Sprung einfache oder mehrfache Drehungen sowie Überschläge um die Körperachsen beinhalten. Zu Beginn werden vor allem Anlauf, Absprung und ein sicherer Abdruck geübt. Darauf aufbauend werden im fortgeschrittenen Bereich verschiedene Flugphasen, Drehungen und eine kontrollierte Landung auf der Matte trainiert.
Stufenbarren
Der Stufenbarren besteht aus zwei Holmen in unterschiedlicher Höhe und verbindet Schwung-, Flug- und Drehbewegungen zu einer fließenden Übung. Zwischen dem unteren und oberen Holm wechseln sich Hang-, Stütz- und Flugelemente ab und zeigen die vielseitigen Möglichkeiten des Geräts. Besonders wichtig sind dabei Rhythmus, Körperspannung und ein sicherer Griff. Im Anfängerbereich werden zunächst grundlegende Hang- und Stützübungen sowie erste Schwungbewegungen erlernt. Im weiteren Verlauf kommen Umschwünge, freie Übergänge zwischen den Holmen sowie anspruchsvollere Flugteile hinzu.
Schwebebalken
Der Schwebebalken verlangt eine besondere Kombination aus Gleichgewicht, Körperspannung, Beweglichkeit und Konzentration. Auf der nur zehn Zentimeter breiten Fläche werden gymnastische Elemente, Sprünge, Drehungen und akrobatische Teile miteinander verbunden und zu einer harmonischen Übung kombiniert. Zu Beginn stehen sichere Aufgänge, einfache Balanceübungen und grundlegende Bewegungen im Vordergrund. Mit zunehmender Erfahrung werden schwierigere Sprungverbindungen, Drehungen und akrobatische Elemente wie Räder oder Salti auf dem Balken trainiert.